Engagierte Kunst vs. L’art pour l’art – die documenta fifteen hat auch diesen – ohnehin niemals beigelegten – Streit neu entfacht. Muss Kunst politisch und gesellschaftlich Stellung nehmen oder soll sie sich selbst genügen? Adorno hat hier (in Auseinandersetzung mit Sartre) einige Argumente geltend machen können, die über diese starre Dichotomie hinausweisen. In seinem Beitrag für das Velbrück Magazin zeigt Ferdinand Zehentreiter (gerade ist bei Velbrück Wissenschaft von ihm erschienen: Operation und Ereignis), dass es nicht nur der Arbeit am Begriff der Kunst bedarf, sondern auch am Begriff der Politik, um die autonome künstlerische Artikulation politischer Erfahrungen unrestringiert erfassen zu können. Weiterlesen.
Kategorie: Velbrück Wissenschaft
Velbrück Wissenschaft Podcast Folge 5 | »Neue Normalität« mit Jörn Ahrens
Lockerungen, Sommerwelle, Boosterimpfungen, Maßnahmenpakete – Corona und kein Ende. Der Ausnahmezustand scheint zur gesellschaftlichen Routine geworden. Bereits früh in der Pandemie wurde dafür das Schlagwort einer »neuen Normalität« gefunden. Doch was bezeichnet diese Chiffre? Eine Art Zwischenzeit? Oder doch den Korridor zu einem neuen sozialen Zustand, über den noch kaum belastbares Wissen vorliegt? Diesen Fragen ist Prof. Jörn Ahrens in seinem Buch Neue Normalität nachgegangen, das er in dieser Episode des Velbrück Wissenschaft Podcasts vorstellt. Weiterlesen.
Die Instagram(m)atisierung des Geschmacks
Lesegewohnheiten ändern sich mit dem Medium, sie erfordern einen eigenen Zugriff auf das Rezipierte. Deutlich wird das am Hypermedium Smartphone, das heute eine »agency« ermöglicht, die Sinnesdaten in rasender Geschwindigkeit erschafft, sendet, empfängt, berechnet und sie auf dem Interface seiner User:innen als Post innerhalb eines Feeds in Erscheinung treten lässt. Welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit wir uns zu mündigen User:innen erziehen können und uns nicht in der Schnelligkeit der Posts verlieren, fragt Patricia A. Gwozdz (zuletzt bei Velbrück Wissenschaft erschienen: Homo academicus goes Pop) in ihrem Beitrag für das Velbrück Magazin. Darin untersucht sie »Die Instagram(m)atisierung des Geschmacks« und skizziert ausgehend von Walter Benjamin eine »Kritik der digitalen Urteilskraft im Zeitalter ihrer algorithmischen Reproduzierbarkeit.« Weiterlesen.
Gesa Lindemann wird 66
»Leib. Grenze. Kritik.« – So lautet der Titel einer gerade bei Velbrück Wissenschaft erschienenen Festschrift. Wer mit der Soziologie vertraut ist und diese drei Begriffe zusammen sieht, weiß sofort: Jetzt kann es nur um Gesa Lindemann gehen. Kolleginnen und Kollegen gratulieren ihr im Velbrück Magazin und schreiben, was sie an der Arbeit von Gesa Lindemann schätzen. Weiterlesen.
»To the other end / Where it begins«
Dystopien haben Konjunktur. Kaum eine jüngere Erzählung, die sich in irgendeiner Weise mit der Zukunft auseinandersetzt, vermag sich darunter offenbar etwas anderes als eine Katastrophe vorzustellen. Dabei lässt sich beobachten, dass sowohl die Inhalte als auch die Herstellung, Distribution sowie Rezeption von Dystopien zusehends von der Digitalisierung geprägt sind. Digitalisierung verweist von sich auf die Idee des Fortschritts, als eine eigentlich eingespielte Kategorie gesellschaftlicher Selbstverständigung. Die digitale Dystopie zeigt jedoch an, dass diese Idee in große Schwierigkeiten geraten ist. Für das Velbrück Magazin dechiffriert Jan-Philipp Kruse – aufbauend auf seinem im Januar erschienenen, gleichnamigen Buch – die Probleme des Fortschrittsbegriff als Semantische Krise. Weiterlesen.
Nachhaltige Klimapolitik
Setzt Deutschland die richtigen Prioritäten beim Umgang mit dem Klimawandel? Hans von Storch und Velbrück-Autor Nico Stehr (zuletzt erschienen: Gesellschaft und Klima, 2019 mit Amanda Machin; Wissenskapitalismus, 2022) diskutieren in ihrem Beitrag für das Velbrück Magazin, ob die Einsparung von CO2-Emissionen allein ausreicht und was sonst noch getan werden muss. Weiterlesen.
Velbrück Wissenschaft Podcast Folge 4 | »Fermente des Sozialen« mit Elena Beregow
Die Metapher der Gärung führte in der Sozialtheorie eine bislang – passenderweise – eher unbemerkte Existenz, und dass obwohl sie bei so prominenten Autor:innen wie Marx, Durkheim, Lévi-Strauss oder Haraway eine mitunter entscheidende Rolle spielt. Auf die Fermente des Sozialen wirft nun Elena Beregows gleichnamiges Buch erstmals das Licht der soziologischen Analyse. Im Velbrück Wissenschaft Podcast stellt sie ihre Studie vor. Weiterlesen.
Sensibilitäten der Forschung
Die Rolle der Forschenden im Kontext ethnographischer Studien ist vielfach zum Objekt methodologischer Reflexionen geworden. In Anush Yeghiazaryans Studie Mythos und Identität wird sie diskutiert im Kontext von Diaspora und persönlicher Sozialisation. Für das Velbrück Magazin schreibt die Autorin – in Armenien geboren und aufgewachsen, an deutschen Universitäten tätig, über armenische Gemeinden in Österreich, Armenien und Iran forschend – über ihre Erfahrungen mit der wachsenden/abnehmenden Distanz oder Nähe zur eigenen und zu fremden (Wissenschafts-)Kulturen, die sie im Prozess der Forschung gemacht hat. Weiterlesen.
Strukturierte Analysepraktiken für virtuelle Kontexte
Wie prägen Filme, digitale Bilder und Simulationen unsere Wahrnehmung von Realität? Unter anderem anhand der Beispiele New York City und Burj Khalifa zeigt Gerhard Martin Burs für das VELBRÜCK MAGAZIN, wie virtuelle Kontexte entstehen und warum sie unser Bild von Orten und Lebenswelten nachhaltig beeinflussen. Gleichzeitig stellt er ein neues Analysemodell vor, das erklärt, wie sich diese komplexen medialen Zusammenhänge systematisch untersuchen lassen. WEITERLESEN
Europa im Zeichen der Gastlichkeit: Angefeindet von innen und außen
Was macht Europa eigentlich aus – seine gemeinsame Geschichte, seine Werte oder der Umgang mit Menschen, die von außen kommen? Burkhard Liebsch geht dieser spannenden Frage für das VELBRÜCK MAGAZIN nach und zeigt, warum Gastlichkeit der Schlüssel zum Verständnis Europas sein könnte. WEITERLESEN
